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Speisekarte erstellen

Speisekarte schreiben: 14 clevere Tipps

Verständliche Gerichtsnamen, klare Preise und ein übersichtlicher Aufbau: So schreiben Sie eine Speisekarte, die Gästen die Auswahl erleichtert.

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Gedruckte und digitale Speisekarte im Vergleich

Was steckt im Gericht, welche Beilage gehört dazu und was kostet es? Eine gute Speisekarte beantwortet diese Fragen, ohne dass Gäste nachhaken müssen. Sie hilft zugleich der Küche: Was auf der Karte steht, muss sich auch bei vollem Haus zuverlässig zubereiten lassen.

Diese 14 Tipps führen Sie von der Auswahl der Gerichte bis zur fertigen Karte. Mit Formulierungsbeispielen und konkreten Prüfschritten für Druck und Smartphone.

1Passen Sie die Karte an Ihr Restaurant an

Überlegen Sie zuerst, wer bei Ihnen isst und zu welchem Anlass. Mittags möchten viele Gäste schnell ein Gericht mit Preis finden. Wer zum mehrgängigen Abendessen kommt, interessiert sich vielleicht stärker für Zutaten, Herkunft und Zubereitung.

Schreiben Sie drei Merkmale auf, für die Ihr Restaurant steht, etwa „regionale Küche, saisonale Zutaten, kurze Mittagspause“. Prüfen Sie daran Ihre Auswahl: Passen die Gerichte dazu? Sind die Beschreibungen verständlich? Finden Gäste das Mittagsangebot sofort?

Fragen Sie auch den Service, welche Rückfragen häufig kommen. Wenn Gäste regelmäßig wissen möchten, ob der Salat als Hauptgericht reicht, gehört diese Information in die Beschreibung.

2Planen Sie das Angebot gemeinsam mit der Küche

Nehmen Sie nur Gerichte auf, die Ihr Team mit der vorhandenen Ausstattung und Besetzung gut zubereiten kann. Eine zusätzliche Position bedeutet auch Einkauf, Lagerung, Vorbereitung und Kontrolle.

  • Welche Gerichte werden häufig bestellt und sollen auf der Karte bleiben?
  • Welche Zutaten lassen sich in mehreren Gerichten verwenden, bevor sie verderben?
  • Welche Speisen beanspruchen bei hohem Andrang dieselbe Herdplatte, Fritteuse oder Arbeitsstation?
  • Welche saisonalen Angebote können Sie ergänzen, ohne die gesamte Karte umzubauen?

Eine feste Anzahl von Gerichten passt nicht zu jedem Betrieb. Entscheidend ist, dass Ihre Auswahl zum Konzept passt und die Küche sie bewältigt. Testen Sie neue Gerichte zunächst als Tages- oder Wochenangebot, bevor Sie sie dauerhaft aufnehmen.

3Benennen Sie Gerichte verständlich

Der Name sollte erkennen lassen, was auf den Teller kommt. „Sommerliebe“ allein sagt wenig. „Gegrillter Pfirsich mit Burrata und Kräuteröl“ nennt dagegen die Hauptzutaten und die Zubereitung. Einen eigenen Namen können Sie ergänzen, wenn er zu Ihrem Restaurant gehört.

Erklären Sie weniger geläufige Begriffe kurz: Aus „Labskaus“ wird zum Beispiel „Labskaus – norddeutsches Kartoffel-Rindfleisch-Gericht mit Spiegelei und Roter Bete“. Verwenden Sie die Beschreibung natürlich nur, wenn sie Ihrer Rezeptur entspricht.

Lassen Sie jemanden ohne Küchenkenntnisse die Karte lesen. Wo diese Person stockt oder nachfragt, braucht es eine verständlichere Bezeichnung.

4Beschreiben Sie, was das Gericht ausmacht

Nennen Sie die Hauptzutat, die Zubereitung und die wichtigsten Beilagen. Beschreiben Sie anschließend eine Besonderheit, wenn sie für den Gast relevant ist. Eine lange Aufzählung sämtlicher Gewürze ist dafür meist nicht nötig.

Statt: „Unser köstliches Hähnchen mit leckeren Beilagen“
Besser: „Knusprige Hähnchenkeule aus dem Ofen mit Rosmarinkartoffeln und geschmortem Gemüse“

„Knusprig“, „geröstet“ oder „geschmort“ sagen etwas über das Essen aus. „Einzigartig“ und „unwiderstehlich“ tun das nicht. Verwenden Sie Angaben wie „hausgemacht“ oder „aus der Region“ nur, wenn Sie sie für das jeweilige Produkt belegen können.

Prüfen Sie zum Schluss, ob die Beschreibung etwas offenlässt: Ist die Beilage enthalten? Handelt es sich um eine Vorspeise oder eine volle Mahlzeit? Gibt es das Gericht nur zu bestimmten Zeiten?

5Kennzeichnen Sie vegetarische und vegane Gerichte eindeutig

Ein gut sichtbarer Hinweis erleichtert die Auswahl. Verwenden Sie entweder ausgeschriebene Begriffe oder wenige, klar erklärte Symbole. Ähnliche Kürzel wie „V“ und „VG“ sind ohne Legende leicht zu verwechseln.

Prüfen Sie die vollständige Rezeptur einschließlich Brühen, Saucen, Dressings und Garnituren. Ein Gemüsegericht mit Fleischbrühe ist nicht vegetarisch; ein Salat mit Honigdressing nicht vegan. Stimmen Sie die Angaben mit der Küche ab.

Wenn Anpassungen möglich sind, benennen Sie sie konkret: „Auf Wunsch mit Haferdrink“ ist hilfreicher als „Alternativen verfügbar“. Kennzeichnungen wie „glutenfrei“ erfordern eine gesonderte Prüfung von Zutaten und Zubereitung. Leiten Sie sie nicht allein daraus ab, dass die Rezeptur kein Weizenmehl enthält.

6Erfassen Sie Allergene anhand der Rezepturen

Erstellen Sie für jedes Gericht eine Liste der verwendeten Zutaten. Beziehen Sie auch zugekaufte Produkte wie Brot, Fonds oder Gewürzmischungen ein und prüfen Sie deren Produktangaben. Legen Sie fest, wer die Allergeninformationen bei einem Produkt- oder Rezeptwechsel aktualisiert.

Die Angaben müssen dem jeweiligen Gericht eindeutig zugeordnet sein. Fußnoten auf der Karte sind eine Möglichkeit. Ein pauschaler Satz wie „Bei Allergien fragen Sie unser Personal“ genügt für eine mündliche Auskunft allein nicht.

Nach § 4 LMIDV setzt diese unter anderem informiertes Personal, eine zugängliche schriftliche oder elektronische Aufzeichnung und einen sichtbaren Hinweis auf beide Auskunftsmöglichkeiten voraus. Die Information muss vor dem Kaufabschluss und der Übergabe des Essens verfügbar sein.

Klären Sie außerdem, welche weiteren Kennzeichnungen Ihre Zutaten erfordern, etwa bei bestimmten Zusatzstoffen. Verwenden Sie dafür eine aktuelle betriebliche Prüfliste und die Angaben Ihrer Lieferanten.

7Kalkulieren Sie Preise und ordnen Sie die Gerichte sinnvoll

Berechnen Sie die Kosten pro Portion anhand einer festgelegten Rezeptur und Portionsgröße. Berücksichtigen Sie dabei auch Verschnitt und Zutaten, die beim Garen Gewicht verlieren. Ein Einkaufspreis pro Kilogramm sagt noch nicht, was die tatsächlich servierte Portion kostet.

Der Verkaufspreis muss neben den Zutaten auch Personal, Energie, Miete und weitere Betriebskosten sowie einen Gewinn ermöglichen. Vergleichen Sie Ihre Kalkulation anschließend mit Ihrem Angebot und dem örtlichen Markt. Der Preis eines Nachbarrestaurants ersetzt keine eigene Rechnung.

Gliedern Sie die Karte in vertraute Gruppen wie Vorspeisen, Hauptgerichte und Desserts. Kennzeichnen Sie eine Hausspezialität gezielt, statt viele Gerichte gleichzeitig hervorzuheben. Prüfen Sie später anhand der Bestellungen, welche Positionen gefragt sind und welchen Beitrag sie zur Deckung Ihrer Kosten leisten.

8Entscheiden Sie zwischen digitaler und gedruckter Karte

Eine gedruckte Karte lässt sich ohne Smartphone lesen und gemeinsam am Tisch durchblättern. Eine digitale Speisekarte für Restaurants erreichen Gäste schon vor dem Besuch. Änderungen an Preisen oder Tagesgerichten können Sie dort veröffentlichen, ohne neue Exemplare zu drucken.

Für viele Betriebe bietet sich beides an: gedruckte Karten am Tisch und eine aktuelle Online-Version auf der Website und im Google-Unternehmensprofil. Wenn Sie QR-Codes nutzen, halten Sie auch Karten für Gäste bereit, die kein Smartphone verwenden möchten oder können.

Prüfen Sie eine digitale Karte auf einem echten Smartphone: Sind die Gerichte ohne Vergrößern lesbar? Öffnet sich die Karte direkt, ohne Anmeldung oder App-Installation? Eine für den Druck gestaltete PDF-Datei ist auf kleinen Bildschirmen oft umständlich zu lesen.

Bringen Sie Ihre Speisekarte online

Laden Sie Ihre vorhandene Karte als PDF oder Foto bei Speiso hoch, prüfen Sie die erkannten Gerichte und veröffentlichen Sie Ihre digitale Karte. Den Link können Sie auf Ihrer Website teilen oder per QR-Code am Tisch zugänglich machen.

Digitale Speisekarte

9Machen Sie Preise und Extras auf einen Blick verständlich

Ordnen Sie jeden Preis eindeutig einem Gericht und gegebenenfalls einer Größe zu. Schreiben Sie bei einem Getränk beispielsweise „Apfelsaft, 0,3 l – 3,80 €“. Bei Gerichten mit mehreren Portionsgrößen bekommt jede Variante eine eigene Preisangabe.

Nennen Sie wählbare Extras mit ihrem Aufpreis direkt beim Gericht, etwa „Zusätzlich mit Feta: +2,00 €“. Beschreiben Sie außerdem, welche Beilagen bereits enthalten sind. Gäste sollten den Preis ihrer Bestellung vorab erkennen können.

§ 13 der Preisangabenverordnung verlangt unter anderem zugängliche Preisverzeichnisse vor der Bestellung sowie eine Übersicht der wesentlichen Speisen und Getränke neben dem Eingang. Die aufgeführten Preise müssen Bedienungsgeld und sonstige Zuschläge einschließen. Prüfen Sie deshalb auch Aushang und Tischkarten, nicht nur die Online-Version.

10Testen Sie die Lesbarkeit am Tisch und am Handy

Drucken Sie eine Probeseite in der vorgesehenen Größe aus und lesen Sie sie an einem Tisch während des Abendbetriebs. Was am hellen Bildschirm gut aussieht, kann unter gedimmtem Licht schwer zu entziffern sein. Wählen Sie eine gut lesbare Schrift und dunklen Text auf ruhigem, hellem Hintergrund.

Trennen Sie Gerichtsnamen, Beschreibungen und Preise durch Größe, Schriftstärke oder Abstand. Verkleinern Sie nicht die gesamte Schrift, um noch weitere Gerichte auf eine Seite zu quetschen. Kürzen Sie zuerst unnötige Wörter oder verteilen Sie die Inhalte auf zusätzliche Seiten.

Am Smartphone sollten weder seitliches Scrollen noch ständiges Vergrößern nötig sein. Testen Sie auch längere Gerichtsnamen und die Sprachwahl. Links und Schaltflächen müssen sich mit dem Finger sicher treffen lassen.

11Zeigen Sie wenige, aber gute Fotos Ihrer Gerichte

Ein Foto hilft besonders bei Gerichten, deren Namen wenig über das Aussehen verraten. Zeigen Sie das Essen so, wie Sie es tatsächlich servieren: mit derselben Portionsgröße, den gleichen Beilagen und einer realistischen Garnitur.

Fotografieren Sie bei gleichmäßigem Licht und verwenden Sie ähnliche Hintergründe und Bildausschnitte. Verzichten Sie auf fremde Beispielbilder, wenn sie Erwartungen wecken, die Ihr Gericht nicht erfüllt. Eine Karte ohne Fotos ist besser als eine mit unscharfen oder irreführenden Aufnahmen.

Verkleinern und komprimieren Sie Bilder für die Online-Version. Öffnen Sie die Karte anschließend über eine mobile Datenverbindung. Die Gerichte und Preise sollten auch dann zügig lesbar sein, wenn die Bilder noch laden.

12Ergänzen Sie Informationen, die bei der Bestellung helfen

Nennen Sie Zeiten und Bedingungen dort, wo sie gelten: „Mittagskarte Montag bis Freitag, 12–14 Uhr“ gehört direkt zum Mittagsangebot. Unterscheiden sich Küchen- und Öffnungszeiten, machen Sie das deutlich.

Auch Hinweise zu Abholung, Kinderportionen oder kleineren Portionen können Rückfragen sparen. Nehmen Sie nur Angebote auf, die Ihr Team tatsächlich erfüllen kann, und nennen Sie abweichende Preise.

Eine kurze Herkunftsangabe kann ein Gericht erklären, etwa „Ziegenkäse vom Hof Müller“. Lange Texte über die Geschichte des Restaurants gehören eher auf die Website. Auf der Karte sollten sie die Auswahl der Speisen nicht erschweren.

13Prüfen Sie die fertige Karte vor der Veröffentlichung

Lassen Sie Küche und Service dieselbe endgültige Fassung prüfen. Die Küche kontrolliert Zutaten, Beilagen und Kennzeichnungen; der Service prüft Verständlichkeit, Preise und Bestellmöglichkeiten. Ein zusätzlicher Korrekturdurchgang durch eine unbeteiligte Person hilft, Tippfehler zu finden.

  • Stimmen Gerichtsnamen und Preise mit dem Kassensystem überein?
  • Sind alle Seiten vorhanden und die gedruckten Karten sauber?
  • Führt jeder QR-Code zur richtigen Karte, auch auf einem fremden Handy?
  • Funktionieren Links und Sprachwahl?
  • Stehen auf Website, Aushang und Tischkarte dieselben gültigen Angaben?

Scannen Sie QR-Codes vom fertigen Ausdruck. Größe, Druckqualität und Spiegelungen auf einer Hülle können die Erkennung beeinträchtigen.

14Legen Sie fest, wer die Karte aktuell hält

Benennen Sie eine verantwortliche Person und führen Sie eine Liste aller Stellen, an denen Ihre Karte erscheint: Druckdatei, Tischkarten, Aushang, Website, Google-Unternehmensprofil und gegebenenfalls Bestellplattformen.

Ändern sich Preise oder Rezepte, aktualisieren Sie die betroffenen Angaben vor dem nächsten Verkauf. Nehmen Sie ausverkaufte Gerichte aus dem Tagesangebot oder kennzeichnen Sie sie als nicht verfügbar. Ein monatlicher Kontrolltermin ist zusätzlich sinnvoll, ersetzt aber diese unmittelbaren Änderungen nicht.

Speichern Sie freigegebene Fassungen mit Datum, etwa „Speisekarte_2026-09-05“. Entfernen Sie veraltete Ausdrucke und informieren Sie das Team über Änderungen. So bestellt niemand nach einer Karte, deren Preise oder Gerichte nicht mehr gelten.

Fazit: Prüfen Sie Ihre Karte mit einer Probebestellung

Geben Sie die fertige Karte jemandem, der Ihr Angebot noch nicht kennt. Lassen Sie die Person ein Gericht auswählen und erklären, was sie dafür bekommt und bezahlt. Jede offene Frage zeigt Ihnen, welche Angabe noch fehlt. Prüfen Sie danach mit der Küche, ob die beschriebene Portion genauso serviert wird.

Tobias
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Weitere Tipps rund um Speisekarten und den Restaurantalltag finden Sie im Speiso Blog.

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